Die Glücksspielbranche in Österreich in der Krise?

In Österreich ist die Glücksspielbranche in den letzten Monaten immer wieder in die Schlagzeilen geraten. Ob stagnierte Marktzahlen oder umstrittene Urteile des Verfassungsgerichtshofs gegen Anbieter: Die Branche scheint nicht zur Ruhe zu kommen.

Schon 2021 war nicht das beste Jahr für die Glücksspielindustrie in Österreich. Und auch 2022 steht scheinbar nicht unter dem besten Stern. Der Anteil von Online-Sportwetten und Glücksspielen betrug zwar fast 60 Prozent im ersten Halbjahr 2022. Auch die Schätzungen für 2022 waren zunächst positiv für die Glücksspielbranche. Denn mit den Lockerungen der Pandemie-Regeln können Spielbanken und Wettbüros wieder mit steigenden Zahlen rechnen. Aber trotzdem sind die Schätzungen eher gedämpft. Denn im gesamten österreichischen Markt gelten strenge Regeln zum Glücksspiel. Durch das letzte Gerichtsurteil vom Juni 2022 wird nun auch ein jahrelang anhaltender Streit beigelegt. Damit bekommt gerade der einzig wachsende Online-Markt scheinbar einen kräftigen Dämpfer versetzt. Nur die Online-Anbieter konnten im letzten Jahr einen Zuwachs von 24,2 % verzeichnen.

Drama um Online Poker

Mit dem aktuellen Urteil vom Juni 2022 hat die Branche einen weiteren Rückschlag erhalten. Ein anonymer Kläger hatte versucht, Online-Poker als Geschicklichkeitsspiel und nicht als Glücksspiel zu beurteilen. Dabei hatte er argumentiert, dass diese Kategorisierung nicht der Verfassung entspräche. Dies wurde nicht akzeptiert, sodass diversen Anbietern von Online Poker eine Welle der Rückforderungen droht. Spieler haben damit das Recht, eigene Verluste von Anbietern des beliebten Spiels zurückfordern. Nur der Anbieter win2day hat eine gültige Glücksspiellizenz und ist davor geschützt. In Österreich existiert schon seit Jahren dieses Glücksspielmonopol.

Als Konsequenz dieser Entwicklungen haben bereits einige Anbieter angekündigt, sich aus diesem Bereich zurückzuziehen. Damit haben diverse Unternehmen der Glücksspielbranche natürlich auch Stellen abgebaut. Was diese Entwicklung für die Zukunft der Branche bedeutet, lässt sich heute noch nicht absehen. Man kann nur hoffen, dass das Monopol früher oder später aufgebrochen wird.